Rojin Sharafi & Dagmar Schürrer

Rojin Sharafis Musik, liest man, zitiere „viele Einflüsse von Noise, Folk, Ambient, Metal bis zu zeitgenössischer Musik.“ Nicht selten tut sie all das auf einmal, in hermetischer Dichte, wobei das Wort „Folk“ hier vor allem als „iranische Volksmusik“ zu lesen ist. Sharafi zog als 17-jährige auf eigene Faust von Teheran nach Wien, um hier Musik zu studieren.

Nicht umsonst bezeichnete die britische Hipster-Bibel TheQuietus Sharafis Musik als „wahrhaft unerwartet“. Ihre Kompositionen „verbreiten sich nicht so sehr im Raum, als dass sie in nebelartigen, zuckenden Mustern über einem ausschwärmen“, hieß es im Review ihres zweiten, mit gesprochenem Wort experimentierenden Albums „Zangaar“.

2018 wurde Rojin Sharafi beim Festival Wien Modern mit dem österreichischen Komponistinnenpreis ausgezeichnet, 2020 ins Line-Up der intereuropäischen Plattform SHAPE-Plattform aufgenommen. In den letzten Jahren trat sie bei Hyperreality und den Wiener Festwochen, in Berlin, Basel, Budapest Riga, Sheffield, Kopenhagen, Gent, New York und Washington auf, arbeitete dabei mit einer Reihe internationaler Ensembles zusammen und performte neben ihrem Tonmeister*innen- und Kompositionsstudium regelmäßig Musik für Film- und Tanzproduktionen.

In der Karlskirche wird Sharafi gemeinsam mit der Künstlerin Dagmar Schürrer eine eigens für den Anlass produzierte audiovisuelle Performance zum Thema Apokalypse und Revolution uraufführen. Analog zu Sharafis musikalischer Methodik kombiniert Schürrer, die an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft die Technologie der Augmented Reality unterrichtet, in ihren Visuals generierte Objekte, Animationen und Zeichnungen zu sich stetig wandelnden Montagen in immer neuen Variationen. Ihre Installationen wurden unter anderem im ICA London, im Centre Pompidou und dem Louvre in Paris, sowie dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin ausgestellt, ihre Animationen bei Film-Festivals von Denver, Seattle, Jerusalem, London und Berlin bis Graz und Wien vorgeführt.
 
Im zweiten Teil des Sets wird Omid Darvish (HUUUM) die Bühne mit Rojin Sharafi teilen.

Text: RR / Foto © Hessam Samavatian & BirgitVonBally

 
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