Lan Rex

Lan Rex aka Lens Kühleitner stellt sich den Kräften, bewegt sich durch große Räume und atmet gleichmäßige Klangwellen, die das Drängen und Ziehen unserer Gegenwart ausgleichen. Als Weiterentwicklung des Soloprojekts Absatz1 stellt Lan Rex die Verfestigung vieler Jahre musikalischer Erprobungen, Ent-/Verwürfe und neuer Absätze dar.

Während Absatz1 sich einer Wiederholbarkeit zum großen Teil verwehrte, eröffnet Lan Rex, nach größer gewordenem Interesse an festen Song- und Soundstrukturen eine neue Herangehensweise. 2021 wurde die EP ‚Absatz1‘ beim Wiener Label Tender Matter veröffentlicht.

Lan Rex verbindet melodischen Gesang in vielen Stimmen mit Techno- und Dark Wave-Elementen zu Popsongs, die sich gängigen Formen widersetzen. Die Texte sind ein Zusammenspiel aus Erlebtem, Fragmenten, introspektiven Erkundungen, Auseinandersetzungen mit feministischen Aktivismen und geben Zuhörer*innen Raum für Eigenes.

Aus einer Auftragsarbeit des Hyperreality Festival ging die im Mai erschienene EP ‚C‘ hervor, die etwas mehr als einen Halbkreis um begehrende und begehrte Klänge zieht. Viele werden gefunden, viele bleiben zu erkunden. ‚clear, quite clear‘ lässt dem Pop seinen Raum und trägt, anders als zuvor, die Stimme klar im Vordergrund – ein Song, der gerne beim abendlichen Blick aus dem Fenster seinen Platz finden möchte. In ’coat you in commotion‘ setzen der Lärm, die Aufregung und der große Körper des Chors schon zu Beginn ein – und packen aus. Der Hochflug folgt, die letzte Stimme von vielen, die sich bitter, begeistert, befreit, fast schreiend, darüberlegt – bevor technoide Klänge den Wunsch nach Tanzen und Hotsein entfesseln.

‚clock, just a clock‘ tritt an gegen die beklemmende, immer wieder einengende, in Zahlen gegossene und mitgetragene Zeitlichkeit, die sich im harten Tanzen auflösen lässt. ‚clock, just a clock‘ bringt Techno mit etwas Chaos als großes, gutes Seufzen hervor.

Live spielt Lan Rex gemeinsam mit Lisa Grabner und Paul Wischer.

Foto © Hanna Fasching

 
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