Radian

Das bisher erste und letzte Mal waren Martin Brandlmayr (Drums, Electronics), John Norman (Bass) und Martin Siewert (Guitars, Lap Steel, Electronics) vor vier Jahren beim Popfest zu sehen, seither erschien ihr von der internationalen Community der Freund*innen abstrakt expressiver Musik – wie bei dieser Band üblich – hochgelobtes „On Dark Silent Off“ (Thrill Jockey, 2016). Ein neues, sechstes Album ist für 2023 geplant.

Bis dahin formuliert dieser Info-Text trocken das Zutreffende: In den späten Neunzigerjahren sind Radian angetreten, mit Instrumenten und Methoden der experimentellen Elektronik, Rockmusik in einer abstrahierten Form weiterzuspinnen und akustische und elektronische Musik auf einzigartige Weise organisch zusammenzuführen. So entstand eine Musik zwischen Ausbruch und Konzentration, zwischen Explosion und Implosion, mit harten Brüchen und einer großen dynamischen Bandbreite, sowie dem Mut zu prominent platzierten Momenten der Stille. Sie zeichneten dabei als Wegbereiter für eine ganze Reihe jüngerer Bands einen Weg vor, der in die Zukunft wies – begannen doch in den darauffolgenden Jahren immer mehr Musiker*innen sich genau an dieser Synthese abzuarbeiten und sich mithilfe einer Bandbesetzung an elektronischen Ästhetiken zu orientieren. Schon in den frühen 2000ern begann eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Chicagoer Label Thrill Jockey, die ihnen ermöglichte, sowohl mit John McEntire (Tortoise) zusammenzuarbeiten als auch ihre Alben international zu verbreiten, die u.a. von der New York Times und The Wire ausgiebig rezipiert wurden. Auf ihren Konzerten und weltweiten Tourneen konnten sich Radian einen Ruf als exzellente Live-Band erspielen („Radian is an incredibly well oiled machine“, „This trio’s showcase is intense“ – Mutek Festival, Montréal; „Radian went down a storm“ – The Wire).

Text: RR / Foto © Klaus Vyhnalek

 
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