Earl Mobley

„I will cook up something good with the stuff from the hood“, verspricht Konstantin Heidler alias Earl Mobley gleich im ersten Track seines 7-Song-Albums „For You To Hide“. Der narkotische Subtext der Formulierung, der sanfte Ton, in dem er die Rap-taugliche Zeile singt, und dazu noch drüber geträufelt eine Dosis Autotune – Zusammengenommen ergibt das einen Grundton der Selbstironie, der sich wie ein impliziter Drone durch das entspannt angelegte Solowerk des bisher als Gitarrist der Band Vague bekannten Singer-Songwriters zieht.

„Little boy take it slow now“, rät Earl Mobley zu einem dezent funky geschrubbten Moll7-Akkord im vielsagend betitelten „Walk It Off“, das sich gegen Ende bis auf die nackten Knochen eines in striktem Schritttempo gehaltenen Schlagzeugbeats reduziert. Das ist, wie der Albumtitel eh schon nahelegt, Musik für Leute, die nächtliche Straßen als Orte des Versteckens begreifen. In wenigen Städten vergleichbarer Größe geht das bekanntlich so gut wie im des Nachts überwiegend menschenleeren Wien. In einem sozial lebhafteren Sinn ist aber auch „The Night’s Alright“ mit seinen Gastgarten-Beobachtungen aus dem selbstzufrieden versumperten Lokal-Leben („Let’s sit down over there / Raise a spliff in the air / Do we delude ourselves / So many parallels“) ein klassischer Wien-Song. Und zwar mindestens so sehr wie die sonst mit diesem Prädikat abgefeierten Dialektlieder.

Text: RR / Foto © Matthias Aschauer

 
fm4
wien2022