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Inner Tongue Genres verdichtet Genres wie Post-Dubstep, Soft Rock, Sophisti-Pop, Neo-Soul, Post-Punk und Trip-Hop zu einer organischen Popsprache.

INNER TONGUE

INNER TONGUE

Freitag, 26 Juli 01.00

Ihr wollt endlich wieder einmal Genrenamen lesen? Hier bitte: „Mit souveräner Selbstverständlichkeit verdichtet Inner Tongue auf seinem triumphalen Album‐Debüt Genres wie Post‐Dubstep, Soft Rock, Sophisti‐Pop, Neo‐Soul, Post‐Punk und Trip‐Hop zu einer organischen Popsprache, die das ihr zugrundeliegende Referenzsystem souverän inszeniert, aber niemals offensiv ausstellt.“ So sagt es der Pressetext.
Er erzählt aber auch die erstaunliche Entstehungsgeschichte dieses Projekts. Jener als obsessiver Fan von The Cure aufgewachsene junge Mann namens Inner Tongue habe 2013 eine nur operativ zu behebende Stimmstörung erlitten, für deren Behandlung seine Krankenkassa nicht aufkommen wollte.
Er habe sich also das Geld für die Operation mühevoll vom Mund abgespart, nach dem Eingriff allerdings mehrere Monate wieder singen noch sprechen dürfen. „Plötzlich waren da nur noch er und die Dinge in seinem Kopf. Seine Gedanken und Erinnerungen wurden zu stummen Wörtern im Dialog mit sich selbst, er sprach mit einer inneren Zunge: Inner Tongue. In diesen langen, zähen Phasen des Hoffens und Wartens hätte er das Musikmachen beinahe aufgeben. Weil aber Stille schnell zu Langeweile führt, begann er in den endlos faden Stunden ohne Stimme daheim ein bisschen zu komponieren. So entstand eine ganzheitliche Musik, die zwangsläufig zunächst instrumental sein musste. Erst als seine Stimme langsam wiederkam, probierte er nur aus Spaß, über diese Tracks zu singen. ‘Ich hatte überhaupt nichts erwartet und konnte mir nicht vorstellen, dass es funktionieren würde’, sagt Inner Tongue. ‘Damals wurde mir klar, dass genau das die Musik war, die perfekt mit mir harmoniert, das bin ich.’“
Inner Tongue sei also „eine Weile nach New York“ gegangen, wie man das so tut, habe 2015 eine selbstproduzierte EP namens „Tz, Ka“ veröffentlicht, mit Leuten wie Ghostpoet, Everything Everything und Get Well Soon getourt, ehe er in London John Catlin, seines Zeichens Tontechniker bei den Neunziger‐Produzentengöttern Flood und Alan Moulder, als Produktionspartner gewinnen konnte. Inner Tongues Debüt‐Album „Favours“ klang dementsprechend perfekt, doch unter all dem feinpolierten Glanz steckt auch eine unerwartete Schicht Humor.
Etwa, wenn er mitten im Video zu „Next Life“ eine Bildnachricht erhält (man hört dazu den SMS‐Ton „Tri‐Tone“), die den Song unterbricht, damit der Narziss auf seinem Iphone sein mehrfach dupliziertes Ebenbild betrachten kann. Oder wenn im Video zu „Fallen Empire“ mit Alt‐Erlaa im Hintergrund ein Haufen selbstzufriedener Wiener*innen Tennis spielt und er dazu singt: „Around the table they stand talking bout the porn of yesterday / After all they’re not your friends / Only trying to serve their families well“

 
 

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