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At Pavillon klingen so als hätte die Neigungsgruppe Funk die Rock School entdeckt.

AT PAVILLON

AT PAVILLON

Freitag, 26 Juli 03.00

Im Line‐Up des Popfest 2019 sind At Pavillon ja ziemliche Freaks – als einzige rein männliche Indie‐Rock‐Band. Aber auch was auf kommerziellen Festivals die Norm ist, ist letztlich bloß ein Stereotyp, der täuscht. Denn hinter diesen „romantischen Rebellen“, wie ihr Manager Stefan Redelsteiner sie nennt, verbergen sich komplizierte Geschichten, die in vier Ländern – Österreich, Deutschland, dem Iran und Tansania – begannen.
Ihr Album „Believe Us“, schreibt Redelsteiner, sei „eine Art Konzeptalbum zum Thema Selbstermächtigung“, das sich mit Themen wie „Immigration, Flucht, Xenophobie aber auch mit Gender Equality und der Überwindung unnützer Bretter vor dem Kopf“ befasse. Das klingt auf dem Papier jetzt weniger nach Pop als nach Soziologie‐Seminar, hört sich im konkreten Fall von Hits wie „Lions“ und „Believers“ aber dann so an, als hätte sich die Neigungsgruppe Funk in die Rock School verirrt. In hilfreicheren Worten: Zu diesem Konzept lässt es sich also hervorragend tanzen.
Im Gegensatz zu „Vienna“, dem Schlusssong des Albums. „It’s Vienna, a city of diversity in a city of hypocrites“, singt Mwita Mataro da. Er singt aber auch über seine Angst beim Kennenlernen dieser Stadt. Und über ihre Schönheit, die ihn diese Angst verlieren ließ. „Oh Vienna, you have never lied to me / And I’m so thankful for your honesty.“ Angesichts erwähnter „hypocrites“ kann man das nun so oder so verstehen, wie von Mataro auch fraglos beabsichtigt.