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Die „Dialekt-Chanson“-Sängerin ist Gewinnerin des diesjährigen FM4-Protest-Songcontests

SIGRID HORN

SIGRID HORN

Donnerstag, 25 Juli 20.00

Dialekt‐Chanson“ nennt Co‐Kuratorin Mira Lu Kovacs den Stil der Sigrid Horn, nur um gleich zu relativieren, dass ihre Musik tatsächlich „außerhalb aller Genren und Bewertungen“ stünde. Tatsächlich lässt sich das, was die im Mostviertel aufgewachsene, in Wien lebende Liedermacherin da tut, in seinem (um sich eine Beschreibung ihres Labels Bader Molden Recordings zu borgen) „Pendeln zwischen Land und Stadt“ genauso wenig zuordnen wie ihr Dialekt.
Horns Geschichte reicht weit zurück: Zehn Jahre lang war sie die treibende Kraft hinter der Band wosisig, sie tat sich in der Dialekt‐Literaturszene um zwischen Lesungen und Slams, und als sie beim FM4‐Protestsong‐Contest die MCs Yasmo und Mieze Medusa kennen lernte und erlebte, inspirierte sie das zur Erfindung eines auf mostviertlerisch rappenden Alter Ego namens Giga Ritsch. Der Flow der Texte in ihren heutigen Songs kommt also nicht von ungefähr.
Wenn Sigrid Horn Klavier spielt, dann streichelt oder donnert sie, ihre Ukulele wiederum klingt manchmal spindelig, dann wieder frenetisch aber nie niedlich, ihre Stimme manchmal abgeklärt über die bitteren Wahrheiten des Lebens („maria“), dann wieder synkopierend manisch („familiensochn“). Während andere über die satirische oder sonstige Verwendbarkeit des Wortes „huankind“ debattieren, singt Sigrid Horn unter diesem Titel einen tief berührenden Text von Anna Schrems, der alle nostalgische Verklärung des guten alten Wien verbläst: „bin gangen mit acht joah zum dienst bei de herrn / Und es hat ma nix tan / Es hat ma nix tan / Schauts mi an / Hats ma was tan?“
Sieben Jahre, nachdem sie mit wosisig beim Protestsong‐Contest den dritten Platz belegte, gewann sie ihn 2019 sehr verdient mit einem Song aus ihrem Debüt‐Solo‐Album „Sog i bin weg“: „baun“ mutiert in seiner letzten Strophe von einem Zornlied gegen die Überbauung der Natur zu einem Lied gegen die Überbauung der Menschlichkeit:
„und se baun a mauer weis so vü augst hom
erna mocht demonstieren und in storken spühn wuin
und se baun an zaun mit stacheln drauf
damit a nu fescha wird damma woanschüda drauf
und se scheissn si nix waun menschen krepieren
des bissl menschliche leid muas ma hoid inkludieren
waun ma fortschritt wü, a ewiges wochsn
derfst dabei ned auf dei umgebung ochtn
und
se
baun
jo se baun
und se baun baun baun baun baun
und se baun baun baun baun baun
und se baun baun baun baun
und mia verbauns“

 
 

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