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Eigentlich wollte der exzellente Gitarrist und Sänger ja lieber Latino-Lieder zum Besten geben, aber das ist in Österreich ein zu hartes Brot.

TONY WEGAS

TONY WEGAS

Samstag, 28 Juli 16.00

Alle paar Jahre entdeckt die Indie‐Welt den Schlager neu, aber für Tony Wegas, geboren 1965 unter dem Namen Anton Sarközi als Kind einer Roma‐Familie im südburgenländischen Unterschützen, war der Schlager vielmehr die einzige Route in eine andere Welt der breiten Anerkennung. Eigentlich wollte der exzellente Gitarrist und Sänger ja lieber Latino‐Lieder zum Besten geben, aber das ist in Österreich ein zu hartes Brot. 1992 und 1993 repräsentierte Wegas das Schlagerland beim Eurovisions‐Song Contest, und alle waren begeistert von dem feschen Mann mit der gewaltigen Stimme und dem kohlrabenschwarzen Haarschopf.
Zwei Jahre später wurden in Oberwart vier Roma durch eine vom rechtsradikalen Briefbomben‐Attentäter Franz Fuchs gelegte Rohrbombe ermordet. Josef Simon, Karl und Erwin Horvath sowie ein gewisser Peter Sarközi. Das hatte mit Tony Wegas freilich nichts zu tun, und genau darin liegt hier der Punkt: Solange er das Spiel spielt und mit rot‐weiß‐roten Fähnchen fachelte, konnte Wegas es als Roma in Österreich zum Nationalsänger bringen. Doch das änderte offenbar nichts an der tief verwurzelten rassistischen Aggression der Mehrheitsgesellschaft gegen Menschen seiner Herkunft.
Die Brutalität, mit der der Boulevard Tony Wegas Ende der 90er Jahre attackierte, rächt er allein schon durch sein bloßes Da‐ und bei Kräften sein. Und beim Popfest, das weiß er auch, kann er spielen und singen, was er will.

 
 

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