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Den Songs von Paul Plut haftet etwas Ernsthaftes, Existenzielles an, das man anderswo so nicht hört.

PAUL PLUT

PAUL PLUT

Donnerstag, 26 Juli 23.00

In einem Interview mit der Wiener Zeitung sprach Paul Plut letztes Jahr über die Musik, mit der er aufgewachsen sei: “Waits, PJ Harvey und Dylan im Selbststudium.“ Das hört man seinen „Liedern vom Tanzen und Sterben“ auch an, sogar genau in dieser Reihenfolge. Bloß singen jene drei alle nicht, wie dieser Mann mit der unendlich tiefen rauen Flüsterstimme, auf Schladmingerisch, die Gefahr der bloßen Nachempfindung ist allein dadurch schon gebannt.

Und wie der zuvor als Frontmann der Bands Viech und Marta bekannte Plut der Wiener Zeitung weiters sagte: „Auch die (also Waits, Harvey und Dylan) haben sich in Hinblick auf die amerikanische Weite zurückgegraben: Wo kommt das her? Man stößt dann recht schnell auf den Musikethnologen Alan Lomax. Musik als Feldforschung.” Tatsächlich eine interessante Vorstellung, was geschehen wäre, wenn Lomax mit seiner Bandmaschine einst nicht kreuz und quer durch Amerika sondern hinauf nach Ramsau am Dachstein gefahren wäre. Pluts selbstproduzierte und selbstgespielte Musik klingt jedenfalls oft so, als hätte er sie selbst in bereits fertiger Form entdeckt.

Ein weiterer Vergleich drängt sich auf, nämlich der mit Mark Linkous alias Sparklehorse, dem man auch eine Nummer wie Pluts „Sunn“ zugetraut hätte. So wie der 2010 an einem Asthma‐Anfall gestorbene Linkous hat Plut einen Selbstmordversuch hinter sich und freimütig in Interviews thematisiert. Und selbst wenn man seine Musik und seine Texte nicht voyeuristisch durch dieses Prisma betrachten sollte, haftet den Songs doch was Ernsthaftes, Existenzielles an, das man anderswo so nicht hört. Dabei ist Plut selbst im Zorn, der Verzweiflung oder Ernüchterung nicht solipsistisch, sondern gemeinschaftlich: „Wir werdn so laut klatschn / Dass koana heat / Wonn d’Wöt mit am Tuscha untageht“, singt er in „Klatsch“. Auf gewisse Weise umschreibt das ja auch genau die Idee des Popfests.

 
 

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