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Leute, die Franz Fuexe gesehen haben, stammeln jedenfalls sichtlich traumatisiert von einer der besten Live-Bands derzeit, hier und überhaupt.

FRANZ FUEXE

FRANZ FUEXE

Donnerstag, 26 Juli 01.00

Man kriegt oft den Eindruck, die Zeit der zornigen Buben, die mit Gitarre, Schlagzeug und Bass einen großen fetten Krapfen auf das Tischtuch der Obrigkeit legen, sei endgültig vorbei. Und dann hört man Franz Fuexe. Wenn diese gefährliche Gang auf ihren „50 Kubik“-Mopeds bewaffnet mit Bierflaschen und Schreckschuss‐Maschinenpistolen in die Stadt reitet, bringt sie die gesamte aufgestaute Aggression, aber auch den geballten Humor der Mostviertler Außenseiter‐Jugend mit auf die Bühne. Frühe Songs wie „Nihilismus 0.0“, „Jedn Tog da söwe Scheiß“ oder „Danke, Oasch“ waren noch purer Hardcore und Thrash Metal voller ungebremster Wut auf alle, die in den Augen dieser nach dem einstigen Briefbomber benannten Band unter die Kategorie „du deppate Sau“ fallen. In Eruptionen kontrollierten Lärms liefern Jihadi‐Jürgi Schallauer, Luca Mayr, Matthias Leichtfried und Christian Pruckner den Beweis, dass man auch in diesem Jahrhundert und schon überhaupt in diesem Land entgegen hartnäckigen Gerüchten ganz und gar nicht von rechts kommen muss, um zu provozieren oder zu schockieren.
Ihr Song „Zötfest“ brachte schon 2013 das Lebensgefühl der österreichischen Provinz auf den Punkt: „für 20 euro eintritt kannst di söchn lassn im rauch vo zigtausend tschick / nua fette nazis de brodhendl fressn / d’musi spüt auf, hot die notn vagessn / zötfest zötfest zötfest zötfest zötfest / ned mit mir! / niemehr!“
Auf ihrem 2017 erschienenen zweiten Album „Die neue Unordnung“ sind sie der Enge des Landlebens entkommen und haben sich mit MCs wie Bumbum Kunst, Monobrother, Kreiml & Samurai zusammengetan, im Video zu „Weinbergschneckenhaus“ die bedrohte Männlichkeit aufs Korn genommen und dabei vor lauter neuen Freunden trotzdem nicht darauf vergessen, die Besucher_innen versnobter Vernissagen zu massakrieren („Kaunst da Denga“). Wie titelte Christian Schachinger im Standard? „Die Band soll jetzt aufhören, wir haben Angst.“ Leute, die Franz Fuexe gesehen haben, stammeln jedenfalls sichtlich traumatisiert von einer der besten Live‐Bands derzeit, hier und überhaupt.

 
 

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