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Vor dem geistigen Auge rollt ein scheppernder Güterzug durch die endlosen Ebenen des Marchfelds, aber zum Aufspringen fehlt uns allen die Athletik. Und so entsteht er dann, der Blues.

ASH MY LOVE & THE CLAPPING ORCHESTRA OF JOY

ASH MY LOVE & THE CLAPPING ORCHESTRA OF JOY

Freitag, 27 Juli 18.30

Klischee-Alarm, aber was soll’s: Die ewige Affinität dieser Stadt zum Blues hat wohl wirklich was mit der Wiener Liebe zum Morbiden zu tun. „Money“ hieß das jüngste Album von Ash My Love, und dementsprechend ging es darin um Gott („God’s got it“), die Heiden („Heathen“), den Teufel („Like the Devils“), und alle anderen müssen bar zahlen („Money“): „Money for the funeral / Money comes and money goes / Won’t let me go / My future is sold.“ Wie gesagt, morbid.

Als das Popfest Ash My Love 2016 das letzte Mal im Programm hatte, spielten Ursula Winterauer (Bass, Stimme) und Andreas Dauböck (Gitarre, Schlagzeug, Stimme) als Duo. Nachdem die Seebühne einen Deut größer ist, werden sie sich diesmal von The Clapping Orchestra of Joy verstärken lassen. Der Orchester-Begriff ist hier dehnbar in mit dem Blues verträgliche Richtung und beinhaltet räudige Chöre und launiges Klatschen. So oder so steht das Stampfen des Beats bei Ash My Love im Mittelpunkt der Auslegung dieser archaischen Form. Mehr als drei Akkorde sind nach wie vor nicht erlaubt, das (bei europäischen Blues-Deutungen sonst oft problematische) Spektrum des Geschmäcklerischen zieht seine Grenzen bei Burenwurst und Senf, und der Gesang bröselt beherzt aus einem mutwillig überforderten Röhrenverstärker. Vor dem geistigen Auge rollt ein scheppernder Güterzug durch die endlosen Ebenen des Marchfelds, aber zum Aufspringen fehlt uns allen die Athletik. Und so entsteht er dann, der Blues.

 
 

Popfest Sessions

Talks, Vinylbörse und Live Showcases im Wien Museum Samstag und Sonntag, ab 11.00 bzw. ab 12:00 in Kooperation mit MICA Austria