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Manchmal bezeichnen die hedonistischen Pop-Lover ANGER ihre Musik auch schlicht als Dreampop.

ANGER

ANGER

Donnerstag, 26 Juli 19.30

Der Legende nach kaufte sich Nora Pider einen rosafarbenen Bass und verlangte danach von ihrem Freund Julian Angerer die sofortige Gründung einer gemeinsamen Band. Unter allen vorstellbaren Motiven zur Formierung einer Band ist dies wohl eines der edelsten. Noch berührender nur die Erklärung, dass Pider mit ihrem Bass einen Ersatz für die tiefe Stimme ihres verstorbenen Vaters suchte. Dass dabei dann in Summe herauskommt, was Anger selbst als „Hedonistpopforlovers“ bezeichnen, fänden Psychoanalytiker_innen vermutlich interessant. So oder so, gut für die beiden. Ja, es stimmt schon, was die Leser_innen hier einwenden: All die besten Bands hassen sich bekanntlich, was das gute‐Band‐sein als zufriedenes oder gar glückliches Pärchen auf paradoxe Weise erschweren kann. Aber wie „Liebe und Wut“, der Titel ihrer jüngsten EP, und der (wohl von Angerers Nachnamen derivierte) Bandname nahe legen, haben Pider und Angerer jenen Antagonismus, den sie bei ihrem ersten Treffen im Heimatort Brixen zwischen coolem Skater‐Girl und introvertiertem Emo‐Boy empfanden, erfolgreich in ihr gemeinsames Musikmachen kanalisiert. Das Ergebnis klingt allerdings weniger zornig als zärtlich‐ätherisch‐melancholisch, mit Synths und Gitarren, deren Glitzern was Eighties‐Frankophiles innewohnt. Was wiederum von der hierzulande sehr seltenen Fähigkeit des Duos ablenkt, in lebensecht simplem Englisch bewegend/bewegte Bilder wachzurufen: „I’m gonna write you a song / To pretend you’re not gone / I’m gonna sip a drink or two / Just because it makes me look cool / Without You“ heißt es etwa in ihrem Song „Without You“, zu dem sie im Video im Hotelbett herum rollen (keine Angst, safe for work). Manchmal bezeichnen die hedonistischen Pop‐Lovers Anger ihr Genre auch schlicht als Dreampop. Und dementsprechend traumgleich stolpern sie auch im Video zu ihrem Song „Another Love“ durch einen verrauchten Wald aus Hanfpflanzen. „Wir finden, dass eine hedonistische Freude im Schmerz und im Leid liegt“, sagen Anger in einem erhellenden Interview mit dem Online‐Magazin Diffus, „Dieser frönen wir mit melodiösen Gitarren und hauchigen Stimmen. Der Genuss an der Liebe und an der Wut in Einsamkeit und Zweisamkeit.“

Live werden Anger dann allerdings durchaus dreisam, bzw. vom Schlagzeuger Bernhard Brusetti verstärkt.

 
 

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