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Die Melodie stets im Blick, den Sound nur im Augenwinkel

© Tine-Marie Spiluttini

Dino Spiluttini

Sonntag, 30 Juli 21.00

Die Stadt Wien – mit ihren leeren Straßenzügen in der Nacht und ihrem Gebot zur Vermeidung jedes Augenkontakts bei Tag – bietet ein wahrhaft authentisches Zuhause für Drones und Lärmlandschaften. „Da ist eine Aura der Einsamkeit, wo sich wiederholende Motive ein großes emotionales Gewicht anhäufen, während rund um sie ein wachsendes Gefühl der Düsternis aufkommt“, schrieb Pitchfork über die Musik von Dino Spiluttini. Sein Label Cut Surface sagt über sein jüngstes Album „To Be A Beast“: „Der Wiener Musiker und Produzent Dino Spiluttini nähert sich der sogenannten Ambient‐ und Dronemusik mit einem Gespür für popsong‐hafte Schnappschüsse, indem er sich szene‐intern beliebte Endlosformate verkneift, und sich mit zitternder harmonischer Spannung von unten statt von oben anschleicht. Wie schon auf vorhergehenden Veröffentlichungen, lässt Spiluttini auch auf seinem neuesten Album viele Stücke aus Klavierminiaturen keimen. Die Melodie stets im Blick, den Sound nur im Augenwinkel. Lässt sie aus Tape‐Loops erwachsen, deren intrinsisches Moment der Drehung bewusst beibehalten wird. Sich in Form von Phrasen und Wiederholungen konsequent und feinfühlig zu organischen Klangwelten von drängender Kraft, scheuer Zerrissenheit und emotionaler Intensität erheben. Knirschen die Stücke auch unter einer dichten Mauer aus Kompression, so bleiben sie doch fortwährend spürbar in Bewegung. Bei aller Kürze des Formats, erschließen sie mäanderartig um ihre Mitte kreisend, nahezu episch in der emotionalen Ausrichtung, Hörräume höchster Intimität zwischen verzweifelter Sehnsucht und pulsierender Irritation, zwischen quälenden Unzulänglichkeiten, Resignation und Zuversicht, zwischen unbändiger Energie und rauschhafter Entrückung.”