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Hunney Pimp ist eine Rapperin mit Mut zur Langsamkeit

(C) David Huml

Hunney Pimp

Samstag, 29 Juli 00.00

Die Typen, die in den Hip Hop-Videos ständig kiffen, sind mit dem Mund meist so verdächtig schnell, dass man den Verdacht hat, sie rauchen Attrappen. Hunney Pimp dagegen ist eine Rapperin mit Mut zur Langsamkeit, sie ist fast immer „miad, so fucking miad“. Zu aus den Fugen geratenem Double-Tracking und schwingt sie sich hin und wieder zu einem derart herrlich zungenfaulen Gesang auf. Man ist glatt versucht, ihr Billie Holiday, die Königin des narkoleptischen Tiefgangs, als Einflussgeberin anzudichten (wer weiß). Billie Holiday sang jedenfalls nicht im oberösterreichischen Dialekt. Die längst in Wien lebende Hunney Pimp entzweit die Szene aber nicht nur wegen ihres idiosynkratischen Flows, sondern auch, weil sie als Frau in diesem Genre keine Anstalten zeigt, sich a) für die Männer herauszuputzen oder b) einen auf hart und unverwundbar zu machen. Männliche Rapper dürfen in dieser Stadt bekanntlich auch Loser sein und Respekt erfahren, bei Frauen ist das schon schwieriger. „I hoss di“, rappt/singt sie in „dieser kriag“, und im Video zum Song „zum Mond“ von ihrem gleichnamigen Mixtape stolpert sie zu folgenden schönen Worten über die Hauptallee: „Augen so traurig / I hob kan oanzign Cent auf da Bank / Drum werd I jetzt spontan a rundn zum Mond spaziern.“