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Soias Musik hat ihren Schwerpunkt dort, wo tiefer Soul, R&B und Jazz einander die Hände reichen.

(c) levi thomas

Soia

Freitag, 28 Juli 00.00

Was immer einem gerade an Vergleichen durch den Kopf schießt, sei es der Neo‐Soul von Erykah Badu, die Blüte‐Phase des Acid Jazz‐Labels oder jene Zeit vor 20 Jahren, als Lauryn Hill der größte Name des Pop war, man kann sagen: Soias Musik hat ihren Schwerpunkt dort, wo tiefer Soul, R&B und Jazz einander die Hände reichen. Dass der in Wien zu finden ist, sollte nicht weiter verwundern, schließlich geht es hier um vereinendes Feel und nicht um trennende Herkunft, dann und wann auch ganz konkret, siehe etwa den Song „Habibi“ aus Soias letztjährigem Album „H.I.O.P.“ (Hidden in Obvious Places), in dem sie zu geloopten Samples kurdischer Volksmusik über ihre Arbeit in der Flüchtlingshilfe singt: „Das hat mich und mein Verständnis von Religion stark geprägt”, sagte sie neulich in einem Interview mit der mica‐Website, “Im Prinzip kann man sagen, dass „Habibi“ als Hippie‐Song zu verstehen ist. Es geht um Frieden, um Gleichberechtigung und die Grund‐Message, dass Religion Liebe ist. Deswegen auch der arabische Titel ‘Habibi’, der in dem Kontext mit seiner Übersetzung, nämlich ‘Geliebter’, ja ganz gut passt.”

Soia spielte zum ersten Mal 2013 beim Popfest, damals arbeitete sie bereits mit ihrem Produzenten und Pianisten Daniele Zipin alias Mez, der bewusst das Erbe des 2006 viel zu früh verstorbenen J Dilla (A Tribe Called Quest, The Roots, Badu, De la Soul, The Pharcyde) pflegt.