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Bei der Zusammenstellung des Popfest-Programms bekannte sich Kuratorin Electric Indigo geradezu schockiert, dass er in fünf Jahren nie am Programm gestanden war

(c) Luis Martins

FENNESZ

Sonntag, 26 Juli 20.30

ACHTUNG: Für die Konzerte in der Karlskirche findet die Zählkartenausgabe am Sonntag, 26. Juni um 19 Uhr direkt vor der Karlskirche statt. Pro Person werden max. 2 Karten ausgegeben. First come – first served.


Bei der Zusammenstellung des Popfest-Programms bekannte sich Kuratorin Electric Indigo geradezu schockiert, dass er in fünf Jahren nie am Programm gestanden war. Zurecht, schließlich zieht sich durch Fennesz’ Laufbahn neben der Liebe zur Schönheit des Lärms auch die Liebe zum Pop, siehe als früher Wink mit dem Zaunpfahl seine bei aller Verfremdung und Reduktion doch formgetreue Version des Beach Boys-Klassikers „Don’t Talk (Put Your Head On My Shoulder)“ auf „Plays“ (1998).

Andererseits war an seiner bisherigen Abwesenheit vom Popfest von seiner eigenen Warte aus vielleicht durchaus was durchaus Stimmiges dran, schließlich lebt Fennesz zwar in Wien, hält sich da aber tunlichst von allem fern, was man – mit allen dazu gehörigen Neurosen und falschen Umarmungen – als Szene bezeichnen könnte. Weltstar in einer der Welthauptstädte des Bitching sein, das macht man am besten inkognito.

Letztes Jahr hat der gebürtige Neusiedler, in dessen Musik man, wenn man will, das Geräusch des Winds über dem Wasser hören kann, allerdings immerhin ein Album namens „Bécs“, also Wien auf ungarisch, herausgebracht. In Interviews hat er diesen lange überfälligen dritten Teil seiner Mego-Trilogie als sein „Pop-Album“ bezeichnet. Und tatsächlich finden sich da etwa in Stücken wie „Static Kings“, „Liminality“ oder „Paroles“ prominent hörbar zwischen den Glitches und Noises verträumte, teils elektrische, teils sogar gezupft akustische Gitarren-Akkorde, hin und wieder gar mit Schlagzeug und Bass dazu. Wollen wir das nicht überbewerten, eine Rückkehr zum Band-Format von Maische-Zeiten steht sicher nicht ins Haus, und ein frontaler Rock-Show-Schauplatz wie die Seebühne bleibt eine eher undankbare Location für eine improvisierte Laptop-Performance, auch mit Gitarre. Das Barock-Oval der Karlskirche scheint für „Bécs“ in all seinen Konnotationen geradezu unwiderstehlich.

 
 

Popfest Sessions

Talks, Vinylbörse und Live Showcases im Wien Museum Samstag und Sonntag, ab 11.00 bzw. ab 12:00 in Kooperation mit MICA Austria