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Wie wir alle noch von seinem Hit „Dad, You Have Faith In Me And Yes, I Love You“ her wissen, hat Florian Horwaths Vater ihn schon lange gewarnt, dass das mit dem Showbusiness nie was wird

Florian Horwath (c) Unknown

The Florian Horwath Ensemble

Samstag, 26 Juli 2014 17.00

Wie wir alle noch von seinem Hit „Dad, You Have Faith In Me And Yes, I Love You“ her wissen, hat Florian Horwaths Vater ihn schon lange gewarnt, dass das mit dem Showbusiness nie was wird. Dass er zu alt ist und eine Familie hat, für die er sorgen soll. Aber Horwath hat eben seine Seele an den Teufel verkauft, der er laut dem selben Songtext doch eigentlich selbst ist. Einer Art Zwickmühle, die ihn zum Weitermachen verdammt. Andererseits: Damit können wir alle leben, solange sich das in Form von Songs wie seiner im März als Vorbote eines neuen Albums erschienenen, jüngsten Single „The Last Unicorn“ äußert. Im Video dazu sieht man, nebst Szenen aus Spielfilm „High Performance“ (in dem Horwath selbst eine Rolle spielt), den Künstler ganz in weiß mit dem Bild eines Einhorns auf seinem T-Shirt und einem langen spitzen Horn hoch oben auf seiner Stirn durch die Wiener Innenstadt gehen bzw. im Fiaker fahren. Die Leute drehen sich nach ihm um, das ist offensichtlich ein Irrer, aber einer, der so in sich zu ruhen scheint, dass der Spießer als oberste Autorität in Sachen Normalität beinahe schon Selbstzweifel kriegt. Es ist eine Verunsicherung, mit der Horwath in seiner Musik sehr gerne und ganz gezielt spielt. Wer oben erwähntes „Day, You Have Faith In Me…“ im Internet sucht, wird einen Live-Mitschnitt vom ersten Popfest 2010 finden, in dem Horwath nach dem ersten, scheinbaren Ende des Songs eine Serie von ins Mark gehenden Schreien vom Stapel lässt, die am Ehesten noch an „Whole Lotta Yoko“ von The Dirty Mac erinnern. Es ist ein kompromissloser Moment der ungebremsten Hysterie, herzhaft unhöflich, wie großer Pop immer sein sollte, und ganz am Schluss schließt Horwath die tanzenden Typen vor der Bühne in seine Beschwörung mit ein, wenn er singt: „And the devil is we!“ Gewissermaßen auch eine Prophezeiung, denn vier Jahre später kehrt er nicht als Solo-Act mit Band, sondern als Band mit Sänger zurück. Ein Unterschied, der umso feiner zu sein scheint, wenn man bedenkt, dass diese Band den Namen „The Florian Horwath Ensemble“ trägt. Aber der Punkt liegt eben darin, dass Horwath sein im Oktober geplantes neues Album nicht etwa mit irgendwelchen schwedischen Superstars, sondern in Zusammenarbeit mit seiner Live-Band aufgenommen hat, in der nun neben Dauermitglied Boris Fiala als Neuzugänge auch Peter Lang und Hansi Riener von der Linzer Pop-Legende Shy mitspielen. Eine All-Star-Band sozusagen, allesamt verkaufte Seelen und Teufel zugleich.

 
 

Popfest Sessions

Talks, Vinylbörse und Live Showcases im Wien Museum Samstag und Sonntag, ab 11.00 bzw. ab 12:00 in Kooperation mit MICA Austria