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Tini Trampler ist – insbesondere im affirmativ multikulturellen Zugang ihrer Texte und ihrer Musik – eine zentrale Persönlichkeit der politisch bewussten Popmusik in dieser Stadt

Playbackdolls (c) Playbackdolls

Playbackdolls

Tuesday, 24 June 2014 21.00

Ob sie mit ihrer Dreckigen Combo oder den Playbackdolls auf deutsch oder englisch singt, ob sie den „Homeless Blues“ hat oder gemeinsam mit Sweet Susie ein Loblied an das Frauenwahlrecht veröffentlicht („Die Gerechtigkeit sagt an“), Tini Trampler ist – insbesondere im affirmativ multikulturellen Zugang ihrer Texte und ihrer Musik – eine zentrale Persönlichkeit der politisch bewussten Popmusik in dieser Stadt. Aber nicht nur das. Wenn sie die Laune packt, gibt sie auch einen launigen Latino-Schlager fürs Binnenland wie „Ohne das Meer“ zum Besten. Praktischerweise verfügt Trampler mit Stephan Sperlich (Cello, Theremin, Synth und Elektronik), Tino Klissenbauer am Akkordeon,
Trompeter Bernhard Rabitsch, Gitarrist Florian Wagner und Schlagzeuger David Strobl über eine zu allen erdenklichen musikalischen Exkursionen befähigte Band. Auf „Die Stadt“, einem Hit aus dem Playbackdolls-Debüt „Out of the Blue“ (2011), besang sie das allen Wiener_innen wohlbekannte Thema der immer wieder einkehrenden Wienmüdigkeit im Stil einer New Wave-Knef. Das jüngste, zweiten Album „Delightful Songs“ schwingt sich wiederum weitgehend auf Reggae-Grooves ein („Truck to the Moon“, „Something Special“, „Pocket Dream“, „Nimm Dir die Rosen“). Der wirklich große Moment des Albums gehört aber wohl dem antikapitalistischen Mitsing-Refrain von „Zu Teuer“: „Wir sind zu teuer für diese Welt, die viel verspricht und die nichts hält“ Besser zu teuer für diese korrupte Pop-Welt sein als sich zu billig hergeben, das haben Tini Trampler und die Playbackdolls verstanden. Und ihr Publikum weiß das zu schätzen.

 
 

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Talks, Vinylbörse und Live Showcases im Wien Museum Samstag und Sonntag, ab 11.00 bzw. ab 12:00 in Kooperation mit MICA Austria