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Wer die Videos von Viech ohne Ton ansieht, könnte glauben, sie machen nur Spaß.

Viech (c) Lena Prehal

VIECH

Donnerstag, 24 Juli 2014 18.30

Wer die Videos von Viech ohne Ton ansieht, könnte glauben, sie machen nur Spaß (das Gorilla-Kostüm, der Zumba-Kurs…), dabei klingen ihre Lieder oft wie große Hymnen, und ihre manchmal geflüsterten, manchmal gebrüllten, manchmal flüsternd gebrüllten Texte haben keine Angst vor großen Wörtern: „Steuermann, wir fahren gegen gestern“, das ist angesichts der Weltlage 2014 wahrlich kein Scherz. Andreas Klinger und Paul Plut sind zwei Grazer, die ihre Musik gegebenenfalls so uferlos wachsen lassen wie ihre Bärte. Ob sie nun zu zweit aufnehmen und Songs schreiben, ob sie mit Schlagzeuger Christoph Lederhilger live auftreten oder – wie bei ihrer Studio 2-Session für den FM4 Soundpark – eine spontane Versammlung von zwölf Musiker_innen samt Violine, Percussion, Klavier und Frauen-Chor versammeln, ihre Songs neigen sich immer der Emphase zu. Manchmal klingt das dann ein bisschen wie frühe Arcade Fire oder The Polyphonic Spree, gern mit resoluter four-to-the-floor-Basstrommel (oder vielleicht Pauke), allerdings mit hochdeutschen, von lyrischen Sinnbildern dicht bevölkerten Texten. Ohne ihnen damit jetzt mehr als eine gewisse Geistesverwandtschaft zu unterstellen: Freunde von Garish sollten mit Viech was anfangen können, und das ist als großes Kompliment gemeint. Nur die Zeile „Ziehst mich an den Nasenhaaren“, die ist schon unnötig grausam.

 
 

Popfest Sessions

Talks, Vinylbörse und Live Showcases im Wien Museum Samstag und Sonntag, ab 11.00 bzw. ab 12:00 in Kooperation mit MICA Austria