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Es hat ein paar Jahre gedauert, aber Martin Kleins Weg war wohl weniger eine Weiterentwicklung denn eine Reduktion darauf, was er vermutlich schon immer konnte, bloß nicht wagte – von der Band zum Solo am Klavier, vom Übersetzen der Gedanken ins Englische zu einer überzeugend klaren, ungezierten deutschen Songlyrik.

Martin Klein

Martin Klein

Sonntag, 29 Juli 13.00

Es hat ein paar Jahre gedauert, aber Martin Kleins Weg war wohl weniger eine Weiterentwicklung denn eine Reduktion darauf, was er vermutlich schon immer konnte, bloß nicht wagte – von der Band zum Solo am Klavier, vom Übersetzen der Gedanken ins Englische zu einer überzeugend klaren, ungezierten deutschen Songlyrik. Martin Kleins im Februar beim deutschen Traumton-Label erschienenes Album „Lass uns bleiben“ ist schlicht eines der größten Songwriter-Alben, die je in dieser Stadt geschrieben wurden, lebt aber in seiner eigenen, von konkreten, lokalen Referenzen unbeschränkten Welt. Seine Liebe zu Keith Jarrett sitzt tief in seinen rollenden, betont schnörkellosen Klavierakkorden, der wahre Charme liegt aber in seinem herrlich unaufgeregten, natürlich schlicht phrasierten Gesang und natürlich den Liedern selbst. Die Art, in der Klein etwa in „Der Fischer und das Mädchen“ zielsicher an der Grenze zum poetischen Pathos wandelt und ganz am Ende der Strophe mit dem Wort „Gewerbepark“ eine tiefe Alltagstraurigkeit erzeugt, ist nicht weniger als meisterhaft.

 
 

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