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Einer, der sich erst Diskokaine nennt, dann die Koks-Konnotationen des Namens albern findet und stattdessen auf Wolfram Amadeus umsteigt, kann ganz offensichtlich kein scheues Pflänzchen sein.

Wolfram

Wolfram

Freitag, 27 Juli 02.30

Einer, der sich erst Diskokaine nennt, dann die Koks-Konnotationen des Namens albern findet und stattdessen auf Wolfram Amadeus umsteigt, kann ganz offensichtlich kein scheues Pflänzchen sein. Dass von Hercules and Love Affair über Patrick Pulsinger bis zur Eurodance-Legende Haddaway jeder mit ihm gnadenlos hippe Tanzmusik machen will, hat Wolfram aber ganz gewiss nicht seinem natürlichen Netzwerker-Charme allein zu verdanken.

Und auch nicht seinem Haar. Obwohl’s wahrscheinlich hilft, nebst einem unverkrampften, ästhetisch sattelfesten Zug in Richtung eines effektiven Sounds, der die ungeschriebenen Gesetze des Dancefloors stets vor die Selbstverwirklichung des Producers stellt. Sein Freund Moby hat Wolfram im New Yorker Interview-Magazin einmal folgendermaßen beschrieben: „Wolfram ist viel cooler als ich je war oder je sein werde. (…) Was ihn von anderen DJs unterscheidet, ist dass er klug und enthusiastisch, aber auch gleichermaßen bescheiden selbstironisch ist. Man könnte fast sagen, er ist eher ein idiosynkratischer, postmoderner Kurator seltsamer elektronischer Platten aus den Achtzigern als ein DJ. Er sagt, dass er als Sohn eines Bildhauers und einer Herrenmode-Verkäuferin in einem kleinen Dorf an der österreichisch-italienischen Grenze aufgewachsen sei, aber ich glaube, dass er als ungezähmtes wildes Kind von Waschbären aufgezogen wurde.“ Könnte hinkommen.

 
 

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