Sa 27/07 19.30

Wien Museum Foyer

HOCHZEITS­KAPELLE

Es wäre maßlos ungerecht gegenüber Evi Keglmaier (Bratsche und Tuba), Mathias Götz (Posaune) und Alex Haas (Banjo, Kontrabass), die Hochzeitskapelle nur auf ein Seitenprojekt der Notwist-Brüder Markus (hier Schlagzeug) und Micha Acher (hier Trompete und Tuba) zu reduzieren. Auf diese unelegante Weise hätten wir das nun erst recht getan und klargestellt, wo diese laut Eigendefinition „Rumpeljazz“ spielende Formation herkommt (Weilheim).

Sie ist allerdings etwas irreführend, diese Eigendefinition, denn eigentlich ist es ja einfach Herzensmusik, die die Hochzeitskapelle da mit ihrem idiosynkratischen, strikt akustischen Instrumentarium erzeugt. Im April brachten sie gemeinsam mit der singenden Fotografin Enid Valu die EP „We Dance“ heraus, mit berückenden Coverversionen von Pavement (das Titellied) über Yo La Tengo („Stockholm Syndrome“) und Low („Silver Rider“) bis zu Wir sind Helden („Ein Elefant für Dich“). Vergangenes Jahr erschien das 2022 bei einem Japan-Aufenthalt mit örtlichen Indie-Größen wie Tenniscoats, Zayaendo oder Eddie Marcon eingespielte Monumentalwerk „The Orchestra in the Sky“ auf einem Doppelalbum plus einer LP. Ihr 2016 mit „The World is Full of Songs“ begonnener Katalog der Lebensbejahung wird gewiss weiterwachsen. „In einer Zeit, wo der professionelle Handel mit dem musikalischen Ereignis weltweit so gut wie zusammengebrochen ist, erinnern sie daran, was Musik uns einmal bedeutet hat zu einer Zeit, als Musik etwas mit Freude, Freundschaft, Jauchzen, Spontaneität und dem Miteinander-Leben zu tun hatte“, schreibt Andreas Ammer, „Die Hochzeitskapelle spielt Musik so, als sei sie gerade erst erfunden worden.“

Foto © Nadja Tamas

 
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