Do 25/07 22.00

Wien Museum Oben

SISKA

„Time goes by, and I’m okay with that“, singt Siska gleich in der ersten Strophe von „Holding On“, einem ihrer jüngsten Releases. Nicht, dass sie sich bisher unnötig viel Zeit gelassen hätte mit ihrer Kunst. Aufgewachsen als einzige Streicherin in einer oberösterreichischen Blasmusiker*innen-Familie, versuchte sie sich zunächst in Orchestern und Chören, ehe sie sich mit ausgeklügelten Bedroom-Produktionen als musikalische Alleingängerin selbständig machte. „Better off alone“, um es mit dem Titel eines ihrer am Radikalsten in Richtung Hyperpop gehenden Tracks zu sagen.

Siskas Presse-Info nennt als prägende Einflüsse den Pionier des schöngeistig romantischen Glitch James Blake (mittlerweile auch schon Teil der Pop-Geschichte) und PC Music-Größe Danny L Harle. Was ihre eigene Verarbeitung solch komplexer britischer Styles so spielerisch glaubwürdig macht, sind nicht nur ihr akzentfreier Gesang und ihre sprachlich treffsicheren Texte (siehe etwa die authentisch exekutierten „Ssss“-Endungen als subtiler Hook ihrer Coming of Age-Story „Mess“), sondern vor allem ihr meisterinnenhaftes Chopping von Beats und Sounds. Der perfekt getimete Aufbau ihres bisher größten Hits „No Good“, der sich von analogen Streichersounds und Fingerschnippen über eine Drum & Bass-Passage bis in ein euphorisches Rave-Finale steigert, zeugt von einem enorm avanciert feinen Produzentinnen-Ohr. Man spürt, da kommt noch einiges nach.

Foto © Fritz Enzo Kargl

 
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