– Captain Caracho
– Konzept Dora
– Wiener Planquadrat
„L’amour à trois“, „Austriano Celentano (Tutto Gas)“… Niemand kann dem Wiener Planquadrat vorwerfen, sie würden ihrem Publikum mit zu verkopften Songtiteln den Weg zum Dancefloor verstellen. „Erziehungsmodell Arschtritt“, wie Gastsänger Chuck Winter in erstgenanntem Song seine Einladung zum Mitmachen eher weniger subtil formuliert. Und doch kippt derselbe Song dann nach zweidreiviertel Minuten in eine hypnotische Halftime-Phase, die dem Track eine bis dahin nicht geahnte Tiefe verleiht.
Überhaupt gibt es da beim Wiener Planquadrat eindeutig eine Zwischenebene, nicht bloß eine ironische, sondern auch eine musikalische, die ihre Kollaborationen mit Leuten wie Chuck Winter, Rossvanboss, Local Suicide, Ali X, Dina Summer, Kalipo, You Man oder Oberst & Buchner verlässlich vom bloßen Böller-Populismus abhebt.
Schließlich war die Zusammenkunft von Michael Weiler (ex-Burnin Tears) und Maximilian Atteneder, sonst Keyboarder der Alt-Rock-Band Catastrophe & Cure, seit ihren Anfängen vor sechs Jahren (der Hit „Stillstand“, die „Dschungel“-EP) eine Erkundung der weniger offensichtlichen Gemeinsamkeiten von Indie-Rock, Dark Disco, retrofuturistischer Post-Kraftwerk-Ästhetik und französischem Elektro. À propos: Waren nicht auch Daft Punk einmal eine Gitarrenband gewesen? Eben, um einmal einem Planquadrat-Song zu widersprechen. Manchmal fällt der Apfel doch ganz schön weit vom Stamm, und es ist gut so.
Foto © Martin Pechmann, Nicole Wagner, Maša Stanić







