Mit all dem barocken Gewölk ihrer Stukkaturen, ihrem düsteren, steinernen Inneren und ihrer Aura der Abgeschlossenheit gegen die Außenwelt hat die Karlskirche ja durchaus was von einer Tropfsteinhöhle an sich – dem konkreten Entstehungsort von „Currents and Orders“, so der Titel des jüngstensAlbums von Teresa Rotschopf, das tief unter der Erde zwischen Stalagmiten und -titen eingespielt wurde. Das Tropfen der Steine ist auf den Aufnahmen deutlich zu hören.
Beim Popfest werden Rotschopf und ihre Musiker:innen die von Patrick Pulsinger ko-produzierten Stücke in sakraler Umgebung live aufführen, der natürliche Hall des Raumes könnte dabei sogar dem akustischen Ambiente des Albums ähneln – man wird es hören.
Für Rotschopf, die einst als Sängerin von Bunny Lake beim ersten Popfest 2010 und dann 2013 mit ihrem Soloprojekt O schon einmal in der Kirche auftrat, hat sich musikalisch seither fast alles verändert. Ihre Musik setzt sich dieser Tage über das konventionelle Songformat hinweg, in Stücken wie dem 23-einhalbminütigen „I Open My Gates (For You)“ fügen sich Arrangements von Vibraphon, Bläsern, Percussion und Chorstimmen zusammen zu transparenten Akkorden mit Raum für Improvisation. Niemand kann so genau sagen, ob das noch Pop, Neue Musik oder Jazz ist. Wenn das Info-Blatt von “Currents and Orders” von einem “Album als Ritual” spricht, dann wird ihr Auftritt in der zur Feier heiliger Riten gebauten Karlskirche gut aufgehoben sein.
Besetzung:
– Teresa Rotschopf (Stimme, Synth, Electronics)
– Patrick Pulsinger (Modular synth)
– Alexander Yannilos (e-Drums, Becken, Electronics)
– Maria Gstättner (Fagott, Kontraforte)
– Tobias Meissl (Marimba, Vibraphon, Moog)
– Alex Kranabetter (Tuba, Trompete, fx)
Foto © Antoinette Zwirchmayr
Tag 4 – So 26 Juli – 21:00 Karlskirche







