Es gibt sie noch, die Geschichten von Acts, die sich durch beharrliche Bühnenarbeit Popularität erspielt haben. Eine davon ist die der Bettina Filips, rückwärts geschrieben Spilif. Gegen Ende des vorigen Jahrzehnts griff sie in ihrem heimischen Innsbruck als MC zum Mikrofon, tat sich mit dem Heidelberger Beats-Produzenten Rudi Montaire zusammen, dann mit dem Singer-Songwriter Jo Stöckholzer, heute noch wechselweise ihr Soundman, Manager und Mitmusiker. Schließlich schnappte sie sich eine abnormal tighte Backing-Band: Christoph Pfister an den Drums, Sebastian Schweiger an den Tasten, Gitarrist Andreas Thomas Steiner, Bassist Andreas Botzenhardt. Mit ihnen macht Spilif Musik „frei von irgendeinem Trend, frei von TikTok-Sounds und Standards, ey! / Sound, der halt eben nicht schlapp macht.“
So definiert sie es im Song „Das letzte Gefecht“ aus ihrem jüngsten und zweiten Album „Elouise“. Tatsächlich agiert Filips/Spilif mit ihren Musikern in einer virtuos funky-jazzigen bis rockigen Sound-Welt etwas abseits der Komfortzone der meisten Hip-Hop-Acts – was ihren Style wohl auch für Leute zugänglich macht, die sonst mit dem Genre weniger am Hut haben. „Du hattest mal Probleme mit dem Hip zu dem Hop“, rappt sie schon in „Let’s Fall in Love“, einem der ersten Songs ihrer acht Jahre langen Laufbahn, „aber dank unserer Connection verliebst du dich doch.“
Spilif hat eine überhaupt große Gabe für Zeilen mit Motto-Potenzial, deren Flow präzise in den Band-Arrangements sitzt – siehe auch „Die Wahrheit liegt im Wein, die Ruhe liegt im Blunt und ’nem jazzigen Beat“ (aus „Nazaré“). Dementsprechend erfolgreich ihre Tourneen, die sie in den vergangenen Jahren quer durch den deutschsprachigen Raum geführt haben. „Möcht mich bedanken bei all den andren, aber besonders bei mir“, reimt sie in „Halt den Moment“, ihrem Duett mit Fiva, auch einer bekennenden Verehrerin ihrer Kunst: „Du suchst die Liebe, du suchst den Frieden, Baby, du findest ihn hier.“
Foto © Paul Krismer
Tag 1 – Do 23 Juli – 23:00 TU Prechtlsaal







