Wenn die Leute von der Popkultur der Achtziger oder Neunziger reden, dann meinen sie damit für gewöhnlich nicht Genres wie Noise-Rock oder Post-Hardcore – vielleicht, weil der in dieser Musik gebündelte, ohnmächtige, aber artikulierte Zorn nicht in das gängige, nostalgische Bild jener nachträglich idealisierten Zeiten passt. Tatsache bleibt, dass eine Band wie Plow mit ihrem Sound in Wiener Clubs jener Zeit wie dem alten Flex, dem B.A.C.H., dem TU-Club oder dem 1990 besetzten Ernst-Kirchweger-Haus mehr als zuhause gewesen wäre. Genauso, wie dieser Sound zur Sensibilität einer von Dauerkriegen und sozialer Fragmentierung gezeichneten Gegenwart passt.
Im Herbst wird auf dem verdienten Label Numavi Records ihr angekündigtes Debütalbum mit dem Titel „Then Again My Insides Feel Distant“ erscheinen.
„Plow kratzen auf und streuen Salz hinein“, heißt es im Info dazu, das Namen aus eingangs erwähnter Epoche wie Unwound und Shellac, aber auch The Fall und Gang of Four als Referenzen einstreut – und die metaphorische Macht des Bandnamens (übersetzt: Pflug) bis ans Limit maximiert. Sie „pflügen“ sich „unter die Oberfläche, mit Songs, die eher
explodieren, als sich zu entfalten“, heißt es da, „7/4-Rhythmen stolpern vorwärts, Gitarren reißen Risse in den Mix, Shouts kollidieren mit überraschend klaren Melodien. […] Melancholische Riffs, nervöse Breaks, keine bequemen Wiederholungen. Plows Songs reißen die Oberfläche auf und tauchen in Untiefen.“ Alles keine Übertreibung, sondern aufwühlendes Faktum.
Foto © Anni Bauer
Tag 3 – Sa 25 Juli – 01:00 TU Prechtlsaal







