JOSHUA PEPE

Ein Wunderkind auf allen Instrumenten, Klavier, Gitarre, Schlagzeug, mit einer sanften, süffisanten Engelsstimme, und dazu ist er auch noch, wie ein Fan auf Youtube anmerkt, ein „schöner Mann“ mit rötlichblondem Albrecht-Dürer-style-gewelltem, langem Haar: Joshua Pepe hat alles und er stolziert, gestikuliert, geriert sich wie einer, der das auch ganz genau weiß. Man kann es ihm nicht übelnehmen.
Einmal spielt er ein improvisiertes Set an der Loop Station, dann einen akustischen Song auf dem Sofa („Zurück“), dann rappt er halbflüsternd und schwingt die rosa Telecaster auf einem leeren Parkplatz irgendwo im urbanen Leerraum („Sonnenstich“), singt im langen schwarzen Rock vor mitgebrachtem Spiegel im Auwald von einer Beziehung am Endpunkt („Blumen für Dich“), springt zusammen mit der gefeatureten Gesangspartnerin Valentine in voller Kleidung in die Alte Donau und singt pitschnass weiter („Whatever You Tell Me“). Oder er trinkt einen Negroni auf der Dachterrasse und beschreibt dabei sein jüngstes Date: „Es läuft fast perfekt, Baby kommt aus Frankreich, ich versteh kein Wort“. Das alles spielt in einer Welt wie aus einem Eric Rohmer-Film, wo die Haut frisch, die Kleidung gut und immer Sommer ist. Ist das wirklich Wien oder doch Paris? Und kann Joshua Pepe diese Vibes zum Popfest mitbringen, damit vielleicht ein bisschen was von seinem natürlichen Glamour an uns hängenbleibt?
 
Foto © Ellior Sopper