In der Musik von Gunship Collider geht es laut der artikulierten Projektbeschreibung um nicht weniger als den „Zustand des Menschseins – zwischen Mythos und Futurologie“, produziert „mit Open-Source-Software, Breakbeats, Keyboards und Texten, die aus Notwendigkeit heraus entstehen.“ Keine bescheidene Vorgabe. Es überrascht nicht, herauszufinden, dass sich hinter diesem Manifest mit Dominik Morishita-Leitner ein Alumnus der Architektur-Nerd-Band Postman (siehe Popfest 2017) verbirgt.
Laut Info „oszilliert“ der Dandy im Doppelreiher zwischen Linz und Wien als „Künstler, Kurator, Musiker, DJ und Grafik-Designer.“ Er hat Ausstellungen mit dem Kollektiv expanderrr sowie mit Johannes Lakinger die Galerie Neuer Ordner organisiert. Und wenn er in einem Track wie „architecture + crime“ von „austerity aesthetics“ oder in „synthetic sentience (shut it down)“ von einer KI-betriebenen Zukunft als endgültiger Erfüllung des technokratischen Traums singt, dann hört man darin die Synthese all jener Interessen zu einem spielerisch ambivalenten Ganzen.
Letztlich – sobald der Puls der Elektronik sich gegenüber dem Intellekt durchsetzt – ist gunship collider eine Einladung zu einer utopisch/dystopischen Party, die gleichzeitig Musik aus dem 20. Jahrhundert wie New Order oder Kraftwerk zitiert. „This paradox“, singt er dabei, „is hard to take.“ Doch paradoxerweise ist es das nicht! Tatsächlich klingt es weit logischer, als es sich hier liest.
Foto © Sara Pineros
Tag 1 – Do 23 Juli – 01:00 TU Prechtlsaal







