Eine österreichische Supergroup erkennt man daran, wie viele ihrer Mitglieder schon bei Wiener Popfesten in anderen Rollen aufgetreten sind – Sorry, nur ein Scherz, aber im Fall von Exit Void trifft es tatsächlich auf alle fünf Beteiligten zu: Von Gitarrist Manfred Engelmayr (Popfest-erprobt mit den Bands Bulbul und broken.heart.collector) über Katrin Euller (als ambient/noise-elektronischer Solo-Act Rent), Alex Kranabetter (als Trompeter in Voodoo Jürgens‘ Ansa Panier, sonst ist er vor allem als eine Hälfte des Duos Drank in der Improv-Welt unterwegs) über Anja Plaschg (siehe ihr unvergesslicher Auftritt als Soap&Skin beim reduzierten Pandemie-Popfest 2020) und unseren Ko-Kurator Wolfgang Lehmann (mit Killed By 9V Batteries, Mile Me Deaf, Voyage Futur und endlos vielen anderen Acts) bis hin zu Schlagzeuger David Reumüller. Der stand (oder saß) immerhin 2024 als Teil von Lehmanns All-Star-Band The Friends auf der Seebühne.
In ihrer Inkarnation Exit Void kommen diese vielbeschäftigten Musiker:innen/Künstler:innen nur selten zusammen, zuletzt beim Donaufestival in Krems. Da sie dem freien musikalischen Ausdruck frönen, ist keines ihrer Konzerte wie das andere und ihr Output an Tonkonserven bisher begrenzt. „War in the East, war in the west“, deklamiert Plaschg ominös auf „Void of Escape“, einem von zwei veröffentlichten Stücken, ihre Stimme zunehmend dichter umwachsen von den rund um sie entstehenden Klanglandschaften aus Gitarren, Trompete, elektronischen Noises und bombastischen Drums. Nicht zu Unrecht assoziierte Christian Schachinger vom Standard zu ihrer Form „teilimprovisatorisch angelegter Überwältigung“ Namen wie Nine Inch Nails und Diamanda Galas. Doch jene unter uns, die sie noch nicht live gesehen haben, haben nur eine sehr schmale Ahnung davon, wozu Exit Void noch fähig sind. Spannenderweise könnte diese Supergroup das über sich selbst wahrscheinlich genauso sagen.
Foto © Exit Void
Tag 4 – So 26 Juli – 23:00 Karlskirche







