„Präpotente Jungs aus dem Westen, für die wir gehalten werden“, welch entwaffnende Eigendefinition. Nur eine von vielen Zeilen aus dem Repertoire dieser Band, die zum unwiderstehlichen Hängenbleiben geschnitzt sind, Zitat aus „Averna Sour“, einem von mehreren Cordoba78-Songs, die gefühlt schon Hits waren, als die Band noch im Hansa-Studio hinter der Glasscheibe stand und dem Ausklingen des Schlussakkords lauschte.
Auf Youtube findet sich eine Live-Session für Radio Rudina, in der die vier Vorarlberger und der eine Niederösterreicher, die sich unter diesem So-Klischee-dass-schon-wieder-gut-Bandnamen vereinen, einen ganzen Strauß solcher Nummern abliefern: Das waidwunde Liebeslied „Narzisse“, die Urlaubssehnsuchtshymne „Teneriffa“ („Ich hab dir tausend Lieder geschrieben“, grenzkreischt Sänger Carlo in stimmbandraspelnder Emphase, und man glaubt ihm). Dann der mit einem grünsamtigen Groove aus In-the-pocket-Bass und funky E-Piano ausgelegte „Roulette-Tisch“, den Gitarrist Tobi mit einem seiner auf Stadiondimensionen angelegten Soli im Drüberfahren ordentlich aufritzt. Denn man sollte sich nicht von der partylaunigen Lockerheit täuschen lassen: In dieser Band bebt die Ambition, jenes große Gemeinschaftserlebnis zu erzeugen, das ihr Name suggeriert.
Ihr Info-Text bringt es ohne falsche Bescheidenheit zum Ausdruck: „Manchmal klingt ihre Musik wie das Ende einer Party, manchmal wie der Anfang von etwas ganz Großem – Cordoba78 ist beides. Lieder über Wut, Liebe, Überforderung und das kurze Glück dazwischen. Über Europa und Partys, brennende Himmel und rote Sofas, über Menschen, die bleiben, und jene, die man loslassen muss […] Cordoba78 verwandeln politische Ohnmacht in etwas, das klingt wie eine Stadionmesse für die Gegenwart: Ein epischer, choralgetriebener Song über Wut, Ohnmacht und Verantwortung – ein Weckruf aus dem europäischen Koma. Zwischen Klavier, Crescendo und Chören verdichtet sich alles, was gerade brennt: Klima, Krieg, Kapitalismus, Gleichgültigkeit.“
Foto © Xenia Snapiro
Tag 3 – Sa 25 Juli – 21:00 Seebühne







