Bisher konnte man sie bei den Leftovers den fünfsaitigen Bass schwingen sehen, aber die Ambitionen der Anna Grob gehen um einiges weiter: „Circle of Light“ ist der Titel ihrer ersten selbstverfassten Rockoper, „a faërie rock opera“, so der offizielle Untertitel, der uns in einer „mystischen Welt voller Magie, Licht und Schatten“ verortet, welche „im Spiegel unserer eigenen verborgen liegt.“ Ein kompletter Songzyklus also, der die Geschichte einer „der Finsternis“ Widerstand leistenden Stadt erzählt, regiert von einem fatal beratungsresistenten König und verraten durch einen illoyalen Maulwurf. Aber ohne den Ausgang zu verraten: Noch ist nicht aller Tage Abend…
Bei Abgabeschluss konnte der Programmschreiber erst zwei Songs aus Anna Grobs Magnum Opus hören („The Messenger“ und „Intuition“). Aber daraus lässt sich schon einiges erahnen über die Tonalität (Post-millennialer Rock mit klassischer Theatralik) und den lyrischen Stil des Werks (unverschämt blumig mit einem Fantasy-inspirierten Drang zu antiquierten Sprachformen). Es kommt jedenfalls nicht von ungefähr, dass sich eine Musikerin 17 Jahre nach „The Black Parade“ von My Chemical Romance bzw. 57 Jahre nach der ersten deklarierten Rockoper „Tommy“ von The Who noch einmal mutig in dieses gern als prätentiös verschrieene Genre vorwagt. Vielleicht hat es ja was damit zu tun, dass die Rockoper in ihrer weit ausholenden Erzählform das genaue Gegenteil unserer für impulsive Häppchen-Konsumation geschaffenen, zeitgenössischen Streaming-Welt darstellt.
Foto © Juanita Sohé Pereira Lillo
Tag 3 – Sa 25 Juli – 00:00 TU Prechtlsaal







