Diese Vereinigung von Mitgliedern der Gruppen Culk, Jansky, Pauls Jets und Fuzzybrains gibt sich geschwisterlich unhierarchisch – mit abwechselnden Aufenthalten vorm Gesangsmikro, ganz egal, ob man in der Stammband sonst Front(wo)man oder Side(wo)man spielt. Man assoziiert zu ihrem Sound unweigerlich den Begriff „Shoegaze“ und erinnert sich: Als jener Anfang der 1990er von der britischen Musikpresse geprägt wurde (in Wahrheit starrten die Bands nicht auf ihr Schuhwerk, sondern auf die zum Errichten ihrer Lärmwände nötigen Effektpedale), gab es noch einen anderen, damit konkurrierenden Genrenamen, der mangels Griffigkeit den Kürzeren zog: „The Scene That Celebrates Itself.“
Gemeint war die Frequenz, mit der Bands wie Ride, Lush, Revolver, Slowdive oder Chapterhouse gegenseitig ihre Gigs besuchten. Aber man könnte diesen grundsympathischen Gedanken des Einander-Feierns genauso gut auf diese Supergroup der ostösterreichischen Indie-Szene anwenden.
Unter ihren Händen versammeln sich alle nötigen Werkzeuge dieser ganz spezifischen Schule einer Rockmusik ohne Machismo, aber mit einem umso breiteren, immersiv-ätherischen Sound voll melodiöser Selbstsabotage: Die klassische Die klassische My Bloody Valentine-Phalanx LAUTER Jazzmaster-Gitarren (hier gleich drei davon!), eine davon durch ständiges Umklammern des Vibrato-Arms zum Wabern gebracht, ein Höfner-Beatles-Bass, ein Mini-Moog, ein sich durch den Nebel aus Verzerrung, Phasing, Flanging, Echo und Hall kämpfendes Schlagzeug und tief darin verwoben der genretypisch unaufgeregte, meist mehrstimmige Gesang.
Alles Exhausted sind eine überzeugende, späte Liebeserklärung an Shoegaze, aber originellerweise auf Deutsch. Und tatsächlich ändert sich irgendwie alles, wenn diese Klänge nicht aus dem Happy Valley der Themse, sondern aus dem breiten Bett der Donau rollen. Da endet die Stilübung und Alles Exhausted betreten eigene Pfade. „kenne den wind für meine richtung“ (aus „zu asche und zu staub“)
Foto © Rosa Knecht
Tag 2 – Fr 24 Juli – 23:00 TU Prechtlsaal







