Zion Flex

Zion Flex kommt aus Bristol, lebt und rappt und singt (manchmal ist es eine dazwischenliegende Form von Sprechgesang) aber schon seit einiger Zeit in Wien, und falls man noch nicht von ihr gehört hat, dann eine ehrliche Frage: Warum eigentlich?

Im typisch eingängigen, perkussiven Uptempo-Track “Knock, Knock” auf ihrer jüngsten EP „Loyalty“ singt sie darüber, wie es ist, wenn man seine Stromrechnung nicht zahlen kann und gleichzeitig sein „little music project“ weiterzubringen versucht: „Still pushing and I ain’t got nothing yet, can you feel the frustration when I sing? / Look at all the people in front of me that say I try to play the victim.“ Man kann sich das nur allzu gut vorstellen.

Der Titeltrack wiederum liefert seine Pointe nach dem von Def III (in diesem urban britisch gefärbten Kontext doch ziemlich überraschend) im Dialekt gerappten Feature: „…when the benefits stop, stop, stop / But I would never let the shit drop.“

Das kann man Zion Flex durchaus abnehmen, ihr semi-akustisches erstes Album „An Exercise in Scales and Balances“ erschien schon vor 13 Jahren, seitdem hat sie mit ihrer Musik, wie es in ihrer Biographie sehr treffend heißt, ein ganzes „Universum musikalischer Erfahrungen und einzigartiger Ästhetiken“ bereist, und man hört, da gibt’s noch reichlich zu entdecken.

„God bless the fighter, god bless the writer!“ (auch aus „Knock, Knock“)

Text: RR / Foto © Albina Zaharov

 
fm4
wien2022