ELI PREISS

Danke Mami, für die Grübchen, meine Locken und den Body / Dank dir bin ich kein Dummy“, rappt Eli Preiss im Video zu „Danke Mami“ auf dem Hockey-Feld des Post SV, oben im Siebzehnten, umringt von ihren Kolleginnen aus der Rap-Szene. Die bedankte Mutter ist auch dabei, denn ironisch ist das alles sicher nicht gemeint. Passend irgendwie, dass Preiss ihre Heimat ausgerechnet beim Label MOM I MADE IT gefunden hat.
„Ich mach mein Ding, ich bin nicht deine Hausfrau“, heißt es in ihrem Song weiter, „Wenn ich was will, geh ich es holen / Aber verdient und nicht gestohlen.“ So viel zum Statement „kein Dummy.“
Überhaupt ist es keine schlechte Idee, Eli Preiss über ihren high production values Youtube-Kanal zu entdecken, vielleicht angefangen mit dem bisher letzten Video zu „Aba Warum“ mit beslik meister aus Düsseldorf auf dem Flachdach. Elis Wien ist ein modernes, vorstädtisches, wo immer die satte Nachmittagssonne scheint, so wie bei „Danke Mami“, aber auch bei der Spritztour im roten E‑Type in „Anders“ ft. Tizudemjay, in einem epischen Doppel-Video vereint mit dem nächtlichen „Moodswingen“ (der Stunt in Teil 1, auf dem Kofferraum liegen bei voller Fahrt, macht dem Programmschreiber allerdings noch nachträglich Sorgen).
Da sieht man aber auch die in einem zwielichtigen Landhaus glamourös inszenierte klebrige Hitze von „Flüssiges Gift“ ft. Amnezzi, die offensive Sexualität von „Im Kreis“ und das private Kiffer*innen-Idyll in „Noch Down?“ im Freien und auf der Matratze, in musikalischem Kontrast wiederum zum englischsprachigen R&B des frühen Tracks „FAKE“ (2019) oder des gutgelaunten Lockdown-Phone-Videos von „ELIWAY“ (sie singt übrigens fabelhaft).
Eli Preiss ist erst 22. Wenn sie in diesem Tempo weitermacht…

Foto © Marko Mestrovic