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EsRAP finden schon seit langem mit politischer Präzision auf deutsch oder türkisch die richtigen Worte für diese aufgeheizten Zeiten.

EsRAP

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Samstag, 27 Juli 23.30

EsRAP „bilden eine Realität ab, die einem in der Bubble manchmal abgeht“, sagt Yasmo über das Geschwisterduo Esra und Enes Özmen vom Sandleitenhof, das sich in den letzten Jahren einen wahren Wiener Volksheld*innen-Status erspielt hat. Er, der lyrisch singende, unverschämt gutaussehende Popstar, und sie, die große Schwester, die Rapperin mit dem zu einer gigantischen Lockentolle vorfrisierten Haar. „Es gibt kaum Leute, die Bühne und Publikum können so wie Esra“, attestiert ihr Mira Lu Kovacs ohne Übertreibung, „Live ist sie immer ein Erlebnis.“
Heuer bringen EsRAP nach fünf Jahren Arbeit nun endlich beim Berliner Label Springstoff ihr Debüt‐Album „Tschuschistan“ heraus. Der Hip Hop spielt dabei eine genauso große Rolle wie die türkische Musikform der Arabeske, in der sich schon seit den 1940ern türkische Volksmusik mit arabischen Einflüssen und westlicher Popkultur vermischt. Vor allem die Weltschmerzlieder des in tragischen, 2013 verstorbenen Genre‐Fürsten Müslüm Gürses werden von EsRAP als Einfluss zitiert.
Neben ihrer Musik arbeitet Esra übrigens gerade an einer Doktorarbeit zum Thema „Rap und Gentrifizierung“, inspiriert wohl von ihren täglichen Erlebnissen in ihrer Nachbarschaft am Yppenplatz. Das Interview, das sie dort mit Astrid Kuffner für Madame Wien mit Esra geführt hat, ist eine Goldgrube von Zitaten zum Einrahmen:
„Deutsch ist für mich ein gutes Stilmittel, wenn ich die Härte bin und brauche.“
„Rap ist wie eine offene Bibliothek.“
„In der Arabeske haben wir gespürt, dass wir leiden. Und im Rap haben wir herausgefunden, warum wir leiden. Wenn man das weiß, kann man auch was dagegen tun. Wir teilen unsere Erfahrungen und verschaffen uns Gehör.“