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Diesmal wird das Popfest von Maja Osojnik einen „anthroposophischen Seelenstriptease zwischen dystopischem Chanson, primordialem Mantra und Musique Concrete“ erleben

(C) Rania Moslam

Maja Osojnik

Sonntag, 30 Juli 22.00

Sie spielte slowenische Volkslieder auf der Seebühne und Neo‐Prog im brut mit broken.heart.collector, diesmal dagegen wird das Popfest von Maja Osojnik einen „anthroposophischen Seelenstriptease zwischen dystopischem Chanson, primordialem Mantra und Musique Concrete“ erleben. 2016 erschien ihr Album „Let Them Grow“, ein Projekt, bei dem sie aus digitalem Audio‐Schrott, also den Fehlern in einem endlos bereinigbaren System, eine, wie es das britische Magazin The Wire formulierte, „dringliche Platte“ zusammensetzte, „die vor Ideen birst.“ Auf der Bühne präsentiert Osojnik dieses Material solo mit Live‐Sampling, CD‐Playern und „lo‐fi electronics“ sowie einer Paetzold‐Bass‐Blockflöte.

Aus dem Infotext: „‘Let them Grow’ ist das Produkt eines Rückzugs, einer Innenschau und Neuaufstellung. Osojnik fragt in diesem sehr persönlichen Album nach dem Selbst und den seltsamen Phänomenen zeitgenössischer Zwischenmenschlichkeit, klingt dabei lustvoll, verstört, komplex, sphärisch, schneidend und feminin. Jeder Sound ist eigens generiert und zu einem Unikat verfremdet. Es ist eine Bibliothek kaputter Klangabfälle, Resultate digitaler Ausrutscher und fehlerhafter Prozessierung, ungewollt verzerrt, übersteuert oder phasenverschoben. Im Äther von  ‘Let them Grow’ durchlaufen sie eine Neo‐Genese, erhalten Kontext, werden zur Substanz ihrer Songs. Umgeben von elektrischen Schiebedächern, Möwen oder Flugzeugturbinen führt Maja Osojnik in Einsamkeit ein Streitgespräch. Im Limbus zwischen analoger und digitaler Kunst, virtuellen und realen Räumen spinnt sie mit ihrer Stimme, der Paetzold‐Bassblockflöte, zahlreichen abstrusen Klangobjekten, Radios oder Field‐Recordings ein dramatisches Klangkunstwerk, dunkel und weich.“