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Aus Lukas Plöchl wurde Wendja, er nahm sich wieder den chinesischen Namen, den ihm sein aus Peking kommender Vater gegeben hatte und der tatsächlich „Beste Sprache“ bedeutet

(C) Christian Brecheis

Wendja

Freitag, 28 Juli 23.00

Keiner sagte es besser als Lukas Plöchl alias Wendja beim Pre-Listening zu seinem heurigen Album „Poet & Prolet“ drüben auf Facebook: „Es ist nicht mehr das, was ich einmal gemacht hab, es ist nimmer nur halligalli rambazamba, ich hab mir Auszeit genommen und hab mir sehr viel Platz geschaffen, indem ich das Alte abgebrochen hab, um Neues entstehen zu lassen. Ja, und jetzt bin i zruck und jetzt bau ma des von null wieder auf.“ Irgendwo in der Vergangenheit sind die Trackshittaz, Casting-Shows, öffentliche Selbstverarschungen und ganz viel Gute-Laune-Terror.

Und dann wurde aus Lukas Plöchl eben Wendja, er nahm sich wieder den chinesischen Namen, den ihm sein aus Peking kommender Vater gegeben hatte und der tatsächlich „Beste Sprache“ bedeutet: „Unbewusst haben mir meine Eltern den besten Künstlernamens also schon in den Pass mitgegeben.“

Wieder Wendja zu sein, ist also ein Bekenntnis, wie er auf dem Opener von „Poet & Prolet“ singt: „Bin halt keine Marionette, pass nicht rein in ihre Schubladen / Ich fang an zu Schuhplatteln / Ich wär so gerne wieder Kind“ („Zum Leben Bestimmt“). Dafür ist man dann auch bereit, ein bisschen kommerziell kürzer zu treten, denn „Ich bin broke, broke, broke aber glücklich / Ich bin broke broke, Geld ist mir nicht wichtig.“ Und wie passt da der Schihütten-Brachial-Sound von „Abriss Austria“ rein, mit seinem unausgesprochenen „Titten“-Reim als Gröleinladung für die Jägerbomben-Crew? „I möcht halt schlau sein können aber auch dumm sein dürfen“, so erklärte Plöchl es den Fans beim Pre-Listening. Und doch spürt man, dass der echte Wendja noch eine Schicht verborgen tiefer liegt als auf „Poet & Prolet“. Wer einen Blick davon erhaschen will, kann sich ja auf Youtube in seine „Sonntagskopfkino“-Reihe selbstgemachter Schwarz-Weiß-Videos zu gar nicht einmal so grob produzierten Demos ansehen. Gleich in der ersten Folge fand sich da ein Song namens „Ein neuer Tag“ mit dem Text: „Wenn der Schuh drückt und weh tut seh ich die Scheiße so klar / Das hier bin ich nicht, nein / Das hier will ich nicht mehr sein.“ Beim Popfest gibt es keinen Druck, die Hits zu spielen. Wir werden sehen, welche Seite Wendja von sich zeigt.