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Eine schlichte Wahrheit: Wer die furchtbaren Achtzigerjahre verherrlicht, kann sie nicht (bewusst) erlebt haben. Flut wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil

(c) Flut

Flut

Freitag, 28 Juli 21.30

Eine schlichte Wahrheit: Wer die furchtbaren Achtzigerjahre verherrlicht, kann sie nicht (bewusst) erlebt haben. Flut wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil, denn es erlaubt ihnen, jene dekadente, geschmacksverirrte Periode als retrofuturistisches Ideal in recycletem Betamax‐Format neu zu erfinden. Sie haben die Werke von Spliff, Ideal und Extrabreit wertfrei vom Plattenstand am Flohmarkt weg kennengelernt. Ihre authentischen Sounds entlocken sie analogen Keyboards, deren Erwerb damals ganze Bausparverträge vernichtet hätte (dass ihnen dabei Patrick Pulsinger über die Schulter schaut, schadet gewiss auch nicht). Mit ästhetischer Akribie erzeugen Flut eine alternative Popgeschichte, in der eine oberösterreichische Band vor dreißig Jahren fantastische Videos drehen und ihr Ding jenseits der Banalitätstyrannei der Austropop‐ und Schlagerwelt durchziehen hätte dürfen.

Bis vor kurzem haben wir ja alles nur für uns selber gemacht, weil’s noch kein Publikum gab“, hat Johannes von Flut unlängst in einem Interview gesagt. „Man muss sich als Musiker alle Sachen genauer ansehen und Gedanken darüber machen, denke ich. Es ist halt Kunst.“, sagte Florian in einem anderen. Beides Einsichten, aus denen eigentlich nur das Richtige entstehen kann. Also: Am Karlsplatz stehen, Flut sehen und sich Sehnsuchtsträumen von Linz bei Nacht hingeben.