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Hinter dem Namen Mitra Mitra verbergen sich zwei Zugewanderte, die bestimmt waren einander zu treffen

(c) Mitra Mitra

Mitra Mitra

Donnerstag, 27 Juli 00.00

Hinter dem Namen Mitra Mitra verbergen sich zwei Zugewanderte, die bestimmt waren einander zu treffen (falls man an solche Sachen glaubt). Warum also nicht in Wien? Die Neuseeländerin Violet Candide war eine Begründerin des für Minimal Synth Wave zuständigen Clubs „Future Echo“. Der Brite Mahk Rumbae, der unter anderem als mit den Konstruktivists und Oppenheimer MKII schon seit zweieinhalb Jahrzehnten die düstere Seite der Elektronik erkundet hatte, wohnt wiederum schon seit der Jahrtausendwende hier. Als die Ästhetik des Techno vor ein paar Jahren eine Wendung in Richtung schwerer Industrial-Sounds nahm, kam Rumbae dieser Entwicklung mit seinem Projekt Codex Empire von der anderen Seite her auf halbem Weg entgegen — und wurde so nach Jahrzehnten in der Nische zum begehrten Produzenten in Sachen industrieller Tanzmusik. Das war wohl auch einer der Gründe, warum die „mitra mitra“-LP, die Candide und Rumbae ohne Promotion auf ihrem eigenen Label veröffentlichten, sich innerhalb kürzester Zeit ausverkauft hatte. Dabei zeigt das Stück keine Anstalten, sich an die Techno-Szene anzubiedern. Die Beats bleiben minimal, die Sounds spärlich, die Themen düster. „Feel the heat as our world implodes“, singt Violet Candide im Titelstück des Projekts, „Take a seat, watch it all corrode / Fast pace time bomb / Fast pace time bomb.“+