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Es ist gerade die mädchenhafte Stimme und das karge Backing, das die Abseitigkeit des Songs umso unheimlicher wirken lässt

Monsterheart

Monsterheart

Samstag, 26 Juli 2014 03.00

Es sollte eigentlich nicht viel dabei rauskommen: Eine junge Wienerin in Berlin namens Anna Attar alias Monsterheart schnappt sich eines der düstersten amerikanischen Traditionals, das in den 1920ern in der Version von Dock Boggs ins Zeitalter der Tonkonserven herübergerettete „Oh Death“ und singt es zu einem dumpfen Puls und simplen Akkorden auf der Orgel. Aber es ist gerade die mädchenhafte Stimme und das karge Backing, das die Abseitigkeit des Songs umso unheimlicher wirken lässt.

Das ist schließlich dieselbe Frau, die uns gerade vorhin noch was Niedliches über „Bunnies“ vorgesungen hat. Es ist tatsächlich gerade der Minimalismus der Instrumentierung, der Monsterhearts Debüt-Album „W“ (sprich: „double-you“, das doppelte du) derart stark wirken lässt. Alles wurde jenseits der Verzerrungsgrenze in Vintage-Reverb getaucht, man meint Bandmaschinen und heißlaufende Röhren zu hören. „I really like the basement in your house“, singt Attar in „Basement“, und ein paar Strophen später „I love the smell of death and rats/And I love the feeling of being forgotten.“ Um Himmels Willen. Hier ist offenbar nichts so harmlos, wie es zunächst schien. Selbst die gezielt rund um die bittersüßen Melodien verstreuten Häppchen ear candy könnten vergiftet sein. Da hatte man gedacht, die Tumblr-Generation wirft bloß mit Vintage-Horror um sich, weil’s schick ist. Und plötzlich treiben einem die Bunnies ihre Nagezähne tief ins Fleisch.

 
 

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