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Ihre Debüt-EP gleich „∞ (infinity)“ zu nennen, das ist entweder Zeichen unendlichen Selbstbewusstseins oder einer gewissen Erschossenheit vor der Endlosigkeit der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Lebens

The Unused Word (c) Daniel Leitner

The Unused Word

Samstag, 26 Juli 2014 01.00

Ihre Debüt-EP gleich „∞ (infinity)“ zu nennen, das ist entweder Zeichen unendlichen Selbstbewusstseins oder einer gewissen Erschossenheit vor der Endlosigkeit der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Lebens. Wer einen Track von Anna Schauberger alias The Unused Word wie das (von Mosch produzierte) untypisch beklemmende und trotzdem noch groovige „29nightmares“ hört, muss auf Zweiteres schließen.

„But this rebirth is possible“, tröstet sich Schauberger, die in der Steiermark aufwuchs, das Jahr vor ihrer Matura aber in Seattle verbrachte und dort in der High School Band Jazzklavier spielte. Dabei muss sie nicht nur ein sehr gutes Ohr für Hip Hop-Grooves, sondern auch für die Feinheiten der englischen Sprache aufgeschnappt haben. Die Lyrics ihrer beim Duzz Down San-Label (in Gesellschaft von Leuten wie Atomique, P.Tah & Con, Feux, Mosch, Testa, Trishes, Konea Ra oder Chrisfader) erschienenen, erwähnten EP klingen völlig ungekünstelt und stimmig, siehe etwa den Ohrwurm „Chase Me“ (er denkt, dass er ihr auf denn Fersen ist, dabei ist in Wirklichkeit sie ihm hinterher). Schaubergers scheinbar zufällig, tatsächlich aber (wie man an den perfekten mehrstimmigen Gesangs-Overdubs merkt) sehr präzise zurückgelehnte Phrasierung verleihen ihrem Sound ein mühelos internationales Flair. Gar nicht auszudenken, was die noch alles aus dem Ärmel schütteln könnte. Auf ihrer Soundcloud hat The Unused Word letzten Herbst eine Art Musikquiz veröffentlicht. Man sollte erraten, welche ihrer Lieblingssongs sie über die immer gleiche Abfolge von drei Moll-Septakkorden sang. Zitiert wurden dabei 213, Kaleef, Eminem, En Vogue, Nene Cherry, Harry Jen, John Frusciante, Justin Timberlake, Britney Spears, Alice Cooper, Air, Nancy Sinatra, Ginuwine, Kelis, Michael Jackson, Missy Elliott, Dido, das Blumenduett aus der Oper „Lakmé“ von Léo Delibes und Das Racist. Besser lässt sich ihre Mischung aus absolutem Können und Abwesenheit von jeglichem musikalischen Snobismus gar nicht illustrieren.

 
 

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